403 Freitag, 18.08.2006
      Watzmann, 2.713 m
Berchtesgadener Land,  Deutschland
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Tourdaten vom 18.08.2006
Klettersteigtour
Thomas, Antje
Wimbachbrücke
634 m
2079 Hm
Ziel erreicht: ja
Höhenprofil
Notizen
aktuelles Wetter zur Tour
“Der Watzmann ruft”, und das schon zum dritten mal. Nachdem ich zweimal wegen des Wetters umdrehen musste, immerhin wurde das Hocheck erreicht, entschied ich mich (mal wieder), die Watzmann-Überschreitung zu versuchen. Startpunkt sollte diesmal der Parkplatz bei der Wimbachtalbrücke sein. Gegen 13:30 Uhr kommen wir, die Tour zum Grossen Hundshorn gerade hinter uns, dort an. Wir packen die Rucksäcke um, lösen am Parkscheinautomat ein 2-Tagesticket (5,- EUR) und starten gegen 14 Uhr Richtung Watzmannhaus. Die Sonne am wolkenlosen Himmel brennt erbarmungslos und wir sind froh, dass zu Beginn weite Teile des Weges durch schattigen Wald führen. Stetig bergauf führt der von der anfänglichen Forststrasse abzweigende Wanderweg, auf dem man die Stuben-Alm erreicht. Von hier hat man bereits einen schönen Blick zum Hohen Göll. Vorbei an der Talstation der Materialseilbahn zum Watzmannhaus erreichen wir die Mitterkaser-Alm und dann schliesslich die Falz-Alm. Hier treffen der Weg von Königssee über die Kürointalm und der unsrige zusammen. Nach einer kurzen Pause nehmen wir die letzten 300 hm, welche man auf dem sich nun im Zick Zack noch oben schlängelnden Pfad überwindet, in Angriff. Gegen 17 Uhr erreichen wir das gut besuchte Watzmannhaus. Wir beziehen im Untergeschoss unser reserviertes Lager, treffen Vorbereitungen für den kommenden Tag und geniessen anschliessend auf der sonnigen Hüttenterasse mit einem kühlen Radler die fantastische Aussicht. Das Abendessen, wir entscheiden uns für Nudelsuppe als Vorspeise und Bratkartoffeln mit frischen Kräuterquark als Hauptgang, schmeckt vorzüglich. Die Hütte ist voll belegt, selbst der Winterraum wird genutzt. Nach dem Essen sitzen wir noch einige Zeit vor der Hütte, ehe wir uns bei Zeiten ins Lager zurückziehen. Immerhin haben wir heute ca. 2300hm hinter uns und der morgige Tag wird, wenn das Wetter mitspielt, auch sehr lang. Die Nacht verläuft recht ruhig (keine Schnarcher), sodass wir am Morgen, gut ausgeschlafen, gegen 05:30 Uhr die Sachen packen. Die ersten sind bereits mit Stirnlampe Richtung Hocheck unterwegs. Nach dem Frühstück brechen wir um ca. 06:25 Uhr, eingereiht in die Karawanen, zum ersten Gipfel des Watzmanngrates auf. In Serpentinen schlängelt sich der Weg nach oben. Schnell gewinnt man an Höhe. Die Morgendämmerung weicht dem Sonnenaufgang, ruhig und friedlich wirkt das im Tal liegende Berchtesgaden. Nach knapp zwei Stunden stehen wir bei blauen Himmel am Gipfelkreuz des Hochecks. Hier herrscht bereits reger Betrieb. Wir suchen uns ein ruhiges Plätzchen, um uns für den Klettersteig zu rüsten (Helm, Klettersteigset). Es weht ein kühler Wind aus südlicher Richtung. Kaum haben wir die erste Kletterpassage hinter der Notunterkunft hinter uns, bemerken wir im Süden beunruhigende Wolkenformationen. Sollen wir trotzdem weitergehen? Wird das Wetter halten? Wir beschliessen, es bis zur Mittelspitze zu versuchen, um dann weiter zu entscheiden, das Wetter dabei stets im kritischen Auge behaltend. Nachdem wir die plattige Rampe überwunden und das Felsenfenster erreicht haben, holen uns die Wolken ein und es beginnt zu regnen. Wir stehen nun in dichtem Nebel und schweren Herzens treten wir, kurz vor der Mittelspitze, den Rückzug an. Der Fels und die Drahtseile sind nun nass, sodass besondere Vorsicht geboten ist. Ca. 15 Minuten laufen wir Richtung Hocheck zurück, auf einmal lässt der Regen nach, im Süden kann man nun wieder sonnige Wolkenlöcher sehen. Jetzt sieht es plötzlich gar nicht mehr so schlecht aus. Wir machen eine kurze Pause, schauen uns an, nicken uns zu, und beschliessen, es doch noch bis zur Mittelspitze zu versuchen. Wieder geht es über die plattige Rampe und dann weiter bis zum kleinen Gipfelkreuz der Mittelspitze. Ich bin happy. Von hier kann man das erste mal die Südspitze sehen. Das Wetter hat sich einigermassen stabilisiert. Immer wieder wechseln sich Sonnenschein und, zum Teil dichte, Wolkenfelder ab. Auf dem Weg zur Südspitze regnet es dann noch einmal kurz, der Gipfel selber hüllt sich meist in Wolken. Ab und zu kann man durch die Wolkenschleier Konturen des Gratverlaufes und der Gipfelpyramide sehen. Die Bilder wechseln, wie durch einen sich öffnenden und schliessenden Vorhang. Der Weg wird nun etwas anspruchsvoller, mit zum Teil imposanten Tiefblicken in die Watzmann-Ostwand (auch die rote Biwakschachtel ist in der Wand zu erkennen). Meist verläuft der gut markierte Pfad westseitig des Grates. Zwei ostseitige ausgesetzte und ungesicherte Passagen sind zu meistern, bevor man kurz vor der Südspitze luftig über ein schmales, aber bestens gesichtertes, Gratstück balancieren muss. Nach gut zwei Stunden erreichen wir den dritten Gipfel, die Südspitze. Hier steht nun erstmal eine ausgiebige Brotzeit auf dem Programm. Glücklich sitzen wir ein paar Meter vom Gipfelkreuz entfernt und geniessen die Aussicht, die ein wenig, vom sich ständig in Bewegung befindlichen Wolkenspiel, getrübt wird. Neben uns werden tschechische Bierdosen geleert. Wir machen noch ein paar Fotos und rüsten uns dann für den Abstieg. Zuerst geht es hinab über teilweise drahtseilgesichertes Felsterrain, ehe man in steiles Schrofengelände mit Geröll gelangt. Hier fliegt uns plötzlich, durch über uns absteigende Leute, ein Ladung Steine um die Ohren. Ich kann gerade noch rechtzeitig ausweichen, indem ich unterhalb eines Felsvorsprungs Schutz suche. Dann erreichen wir das Schönfeld, ein grosser Schutthang, den wir im Geröll super abfahren können. Auf dem sich anschliessenden Wiesenstück können wir aus nächster Nähe einen Gamsbock beobachten. Nach einer weiteren kleinen Pause, steigen wir das letzte Stück zur Wimbachgriesshütte ab. Glücklich geniessen wir Kaffee und Kuchen und treten dann den langen, aber sehr schönen Weg durch das steinwüstenartige Wimbachtal an. Tourenbeschreibung unter http://www.tourentipp.de/inhalte/touren/detail.asp?id=433 
Gipfel der Tour
Hocheck, 2.651 m
Watzmann-Mittelspitze, 2.713 m
Watzmann-Südspitze, 2.712 m
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